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Der Trainer, die Trainerin im Mittelpunkt

Die 6 wichtigsten Rollen die du als Tanztrainer/in einnimmst

 

Wenn es um Tanzvermittlung geht, stehen bei dir deine Schülerinnen und Schüler grundsätzlich im Mittelpunkt.

Dein Unterricht ist im besten Fall auf die unterschiedlichen Niveaus ausgerichtet und gut vorbereitet. Neben dem eigentlichen Unterricht spielen aber noch viel mehr Faktoren eine Rolle und die können darüber entscheiden, ob dein Unterricht funktioniert oder nicht.

Du als Lehrkraft nimmst die wichtigste Rolle ein und in deiner Person steckt gleichzeitig ein ganzes Team.

Ich habe für dich hier einmal die wichtigsten Rollen zusammengefasst.

 

1. Deine Rolle als Experte/in

Sicherlich eine der wichtigsten Rollen, die du einnimmst, ist die, des Wissensvermittlers bzw. der Wissensvermittlerin. Wenn du langfristig erfolgreich als Trainerin oder Trainer arbeiten möchtest, sollte sich hier deine Kernkompetenz abspielen.

Egal welche Technik du unterrichtest - entscheidend ist, dass du dich in deinem Bereich auskennst. Du solltest genau wissen, wovon du sprichst.

Das Vokabular deiner Tanztechnik solltest du beherrschen und auch über deren geschichtliche Entwicklung genügend Informationen besitzen.

Ein umfangreiches Fachwissen stärkt deine Position und verschafft dir Selbstvertrauen in Bezug auf deine Unterrichtsklasse.

Zusätzlich hilft es dir eine klare Position gegenüber deinem Arbeitgeber und Kollegen einzunehmen. Solltest du Selbständig sein, ist es eine wichtige Grundlage für deine Außendarstellung. Wirst du als Experte oder Expertin wahrgenommen, wirst du dich besser gegenüber der Konkurrenz positionieren können.

Ein grundlegendes Vertrauen kann so aufgebaut werden.

Deine fachliche Qualität und deine Beziehung zu deinen Schülern sind ausschlaggebend dafür, wie erfolgreich dein Tanzunterricht verlaufen wird und welche Entwicklung deine Schülerinnen und Schüler durchlaufen. 

2. Deine Rolle als Lernhelfer/in

Grundsätzlich kommen deine Schüler zu dir, weil sie sich Bewegen und Tanzen wollen. Sie wollen einen ganz bestimmten Tanzstil lernen und deine Aufgabe ist es, deine Schülerinnen und Schüler beim Lernen zu unterstützen. Gib ihnen Raum sich auszuprobieren. Schaffe in deinem Unterricht Momente, wo deine Schülerinnen und Schüler Trainingsaufgaben bekommen und wo das alleinige Üben im Vordergrund steht. Greife nur wenn nötig in diesen Prozess ein. Gib Korrekturen und Tipps, da wo sie gebraucht werden.

Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass das Wiederholen von Übungen immer noch zu den effektivsten Lernmethoden gehört.

 

 

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3. Deine Rolle als Planer/in und Projektmanager/in

Mit einer guten Planung erreichst du Schritt für Schritt dein gesetztes Unterrichtsziel und natürlich profitieren vor allem deine Schülerinnen und Schüler von einem gut strukturierten Unterricht. Wenn du nach einem bestimmten Unterrichtssystem arbeitest, wird dir einiges an Arbeit abgenommen. Systeme sind praxiserprobt und bieten dir einen roten Faden für das Schuljahr. Ein eigenes Unterrichtssystem zu entwickeln ist natürlich möglich. Für meine eigenen Unterrichtsklassen im Modern Jazz habe ich dies zum Beispiel umgesetzt. Es ist definitiv mit sehr viel Arbeit verbunden aber kann auch unglaublich viel Spaß machen. Du hast es dann selber in der Hand, welches Schrittmaterial du vermitteln möchtest.

Die Unterrichtsplanung macht aber nur einen Teil deiner Rolle aus.

Egal ob du als Freelancer, in einem Angestelltenverhältnis, als Leitung oder im Team arbeitest. Es fallen immer Planungsaufgaben an.

Es gibt Mitarbeitergespräche, Elterngespräche, Events wie einen Tag der offenen Tür oder Aufführungen. All dies setzt gute Planung und Vorbereitung voraus.

Besonders bei Events kommst du um langfristiges Planen nicht herum und es lohnt sich, sich mit den Grundlagen des Projektmanagements vertraut zu machen.

 

4. Deine Rolle als Choreograph/in

In welcher Form auch immer du das Tanzen vermittelst, du wirst in choreographischer Hinsicht gefordert sein. Kein Tanzschüler möchte in einem Unterricht nur Einzelschritte lernen. Es ist ja gerade die Verbindung von Schritten, die das Tanzen ausmacht. So solltest du immer wieder nach neuen und vor allem kreativen Wegen suchen und dein Tanzvokabular auf unterschiedliche Weise zusammenstellen. Sorge in deinem Unterricht für Abwechslung. Das erzeugt eine hohe Aufmerksamkeit bei deinen Schülerinnen und Schülern. Nichts sorgt für mehr Unlust als Monotonie. Nicht jeder Lehrer ist gleichzeitig auch ein guter Choreograph aber durch Weiterbildungen, Workshops und Videos, kannst du dir viele Inspirationen holen. Mit der Zeit findest du dann deinen eigenen Unterrichtsstil und hast dir ein Repertoire aufgebaut, aus dem du schöpfen kannst.

  

5. Deine Rolle als Kommunikator/in

In deiner Unterrichtsklasse hast du es mit unterschiedlichen Menschen zu tun und jeder braucht eine andere Ansprache, um sich verstanden zu fühlen.

Du musst sehr feine Antennen dafür entwickeln, was du wann und vor allem wie, sagen kannst.

Es wäre somit sehr hilfreich, wenn du dich, zumindest in den Grundlagen, mit dem Thema Konfliktfähigkeit und Kommunikation beschäftigst. So lernst du mit Problemen, Streitigkeiten und Interessenskonflikten umzugehen.

Immer wieder wirst du in Situationen geraten, in denen du als Moderator fungieren musst. Besonders in der Arbeit mit kleinen Kindern wirst du hin und wieder Streitigkeiten schlichten.

Auch zwischen Kollegen kann es zu Unstimmigkeiten kommen und eine gute Streitkultur ist dann sicherlich von Vorteil, damit das Team nicht auseinanderbricht.

Ebenfalls ein sehr sensibles Thema sind Elterngespräche, sofern du Kinder und Jugendliche unterrichtest.

Niemand möchte hören, dass das eigene Kind diese oder jene Schwächen hat. Dies bedeutet aber nicht, dass du alle Themen verschweigen solltest, die unangenehm sein könnten.

Es kommt einzig und allein auf die Art und Weise deiner Vermittlung an.

 

6. Deine Rolle als Vorbild

Eine nicht zu unterschätzende Rolle, die du einnimmst, ist die des Vorbilds. Für deine Schülerinnen und Schüler bist du von großer Wichtigkeit. Dein Aussehen, deine Art und Weise alles wird gescannt, bewertet und eingeordnet. Du bist eine Identifikationsfigur an denen sich vor allem die Kinder orientieren. Du gibst mit deinem Verhalten und deinen Werten Richtungen vor und animierst damit zum Nachmachen. Dieser Rolle solltest du dir in deiner Arbeit besonders bewusst sein.

 

Fazit

Wie du gesehen hast, ist deine Aufgabe als Tanztrainer/in nicht reduziert auf eine bestimmte Rolle. Du musst für dich herausfinden, wie du all deinen Aufgabenfeldern gerecht werden kannst. Hier kann ich dir empfehlen, an entsprechenden Fortbildungen teilzunehmen. Wenn du mit Menschen arbeitest, wenn du diesbezüglich auch Verantwortung übernimmst, solltest du auch bereit sein, auf deine eigene Person zu schauen und an deiner Persönlichkeitsentwicklung zu arbeiten.

Deine eigene Lust, dein Spaß am Tanzen, deine Liebe zu deinem Job, deine Begeisterungsfähigkeit, all dies sind Aspekte, die deine Schülerinnen und Schüler spüren. Dafür haben sie ganz feine Antennen.

Wenn du deine Unterrichtsklassen mit deinem Verhalten und deiner Einstellung motivieren und begeistern kannst, wenn sie dein Engagement spüren, dann hast du auf jeden Fall eine gute Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gelegt.

   

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