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Eigene Tanzgeschichten entwickeln!

 

Der theoretische Hintergrund

 

Der Unterricht mit kleinen Kindern von 3 – 6 Jahre zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass das Schrittmaterial, welches du den Kindern beibringen möchtest, gut „verpackt“ sein sollte.

Das trockene Vermitteln von Bewegungsschritten führt eher zu Bewegungs-Unlust und sollte im Unterricht nur eine kleine Sequenz einnehmen. 

Der Lernprozess und die Handlungskompetenz gehören beim Erlernen von Schritten und Bewegungen eng zusammen. 

Doch was heißt das jetzt für den Unterricht?

 

Eine wichtige Komponente, damit der Körper verschiedene Bewegungen lernt, ist die Wiederholung von Bewegungsaufgaben.

Zwei Faktoren treten dabei besonders in den Vordergrund.

1. Das Lernen am Modell – die Nachahmung der Bewegungen, die der Tanzpädagoge vormacht

2. Die Umsetzung sprachlicher Anweisungen vom Tanzpädagogen

 

Grundsätzlich setzen sich einzelne, körperliche Anforderungen aus verschiedenen Teilanforderungen zusammen. Das Kind muss immer wieder neue Lernleistungen erbringen, um seinen Wissensbestand diesbezüglich zu erweitern. Dabei stellt das Kind immer wieder kognitive Verknüpfungen her, um sein Bewegungsrepertoire aufzubauen. 

 

Es besteht in der Entwicklungspsychologie Übereinstimmung darüber, dass auf allen Ebenen der Bewegungssteuerung komplexe Informationsverarbeitungsprozesse stattfinden. 

·       Auf den höheren Ebenen sind Entscheidungsprozesse und Handlungsplanungen angesiedelt. Es werden Strategien entworfen, um die Reihenfolge von Bewegungen festzulegen.

·       Auf der mittleren Ebene geht es um das „Wie“! Wie setze ich Bewegungen um? Es werden Parameter festgelegt, die sich auf die Geschwindigkeit oder auf die Kraft beziehen

·       Auf der niederen Ebene werden ausgewählte Köperglieder durch Programmierung, Regulation und durch Muskelkontraktion in Bewegung versetzt.

 

Aus dieser entwicklungspsychologischen Sicht ergibt sich die Schlussfolgerung, dass das sich steigernde Bewegungsrepertoire sehr stark mit der kognitiven und motorischen Entwicklung des Kindes zusammenhängt.

Für die Umsetzung der reinen Tanztechnik benötigt das Kind somit schon eine erhöhte Fähigkeit der Informationsverarbeitung.

Mit zunehmendem Alter gelingt es dem Kind immer schneller, körperliche Bewegungen auszuführen. Die Bearbeitungsgeschwindigkeit wird also immer kürzer. Die Fähigkeit zur genauen Wiederholung einer Bewegung verbessert sich dabei signifikant. Dem Kind gelingt es, einzelne Bewegungsaspekte genauer zu erfassen und besitzt zudem mehr Informationen für dessen Verarbeitung.

 

Interessant ist der Faktor der Leistungsverbesserung. Dieser Faktor wird mit zunehmendem Alter immer geringer.

 

Doch gehen wir zurück zu den kleinen Kindern. Versucht man im Unterricht der 3 bis 6 Jährigen komplexe Bewegungsabfolgen einzustudieren, wird man in der Regel scheitern.

Erfolgreich ist die Methode der Gliederung in kleine Teilabschnitte. Das Zerlegen der einzelnen Schritte in ihre Einzelteile, ermöglicht den Kindern eine bessere Aufnahme und Verarbeitung.

 

Die Praxis

 

Um auf spielerische Weise Grundbewegungen im Tanz zu vermitteln, eignen sich Improvisationsthemen.

Systematisch kann man sich jedem Thema widmen, indem man die folgenden Schritte beherzigt:

 

1. Spreche über das Thema

2. Zeige Bilder zum Thema

3. Finde passende Musik 

4. Überlege zuvor, welches Schrittmaterial dein

Thema widerspiegelt

5. Zeige Bewegungsbeispiele

6. Ermutige dazu, dass die Kinder eigene Bewegungen finden

 

Hier zeige ich euch ein Beispiel, wie ihr ein Thema anwenden könnt.

 

Das Thema ist ein Sommerthema und handelt von einem Besuch im Freibad.

 

Im Freibad

 

Die Geschichte

Bewegungen 

Musik

Material

Es ist heiß und wir wollen baden gehen. Damit uns die Sonne nicht verbrennt, cremen wir uns erst einmal ein

Den ganzen Körper „eincremen“ 

Um die Geschichte einzuleiten, würde ich in diesem Fall auf die Musik verzichten

Bilder von einem Sommertag im Freibad

Im Freibad angekommen, wollen wir die Wassertemperatur herausfinden

Mit den Fußspitzen in das „Wasser“ tippen

Musiktipps für die Geschichte:

Mark Mothersbaugh – We are the Party

Diego Baldenweg – der lustige Besenflug

Blaue Gymnastikmatte

Wir gehen in das Wasserbecken und spritzen mit dem Wasser herum

Mit den Armen das Wasser nach oben werfen 

Mit den Beinen das Wasser herumspritzen

 

 

Wir springen vom Beckenrand ins Wasser

Verschiedene Sprünge ausprobieren

Sprünge auf beiden Füßen

Sprünge auf einen Fuß usw.

 

 

Wassergymnastik oder Wasserballett im Becken

Stretch mit den Armen nach oben oder Seite

Knie nach oben ziehen usw.

 

 

 

Ein Bild, das Boden, drinnen, Decke, Raum enthält. Automatisch generierte Beschreibung

 

Über mindmaps könnt ihr ganz einfach eigene Themen zusammenstellen und aufbauen.

Grundbewegungen, die sich perfekt für die Altersstufe eignen sind:

·       gehen, laufen, rennen

·       marschieren, hüpfen, springen

·       auf halber Spitze gehen

·       balancieren, hochsteigen

·       kriechen, wälzen, rollem

·       Galoppsprünge

·       Seitstellschritt

·       Schwingen

·       Drehen

·       Gleiten usw.

 

Literatur

Oerter R. & Montada L., (1998). Entwicklungspsychologie. Weinheim Beltz Verlag

 

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